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Ethik im Gesundheitswesen

Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung wie die Priorisierung von Leistungen oder die Spitalfinanzierung mittels Fallkosten (DRG), stellen neue ethische Herausforderungen an alle Akteure im Gesundheitswesen. Fachpersonen mit Care Management Funktionen sind in diesen Situationen in besonderer Weise gefordert, da sie sowohl dem Berufsethos der Gesundheitsprofessionellen verpflichtet sind als auch die Kosten und Finanzierung von Behandlungsmöglichkeiten und Arbeitsprozessen im Blick haben.

Pflege- und Gesundheitsfachleute stehen im Spannungsfeld zwischen dem eigenen Berufsethos und den gesundheitspolitischen und -ökonomischen Rahmenbedingungen. In dieser Situation sind sie herausgefordert, eine auch im ethischen Sinne «gute» Gesundheitsversorgung zu definieren und anzubieten. Nicht selten führen jedoch unterschiedliche Perspektiven der Fachleute, die gemeinsam an der Patientenbetreuung beteiligt sind, zu einer abweichenden Beurteilung in ethischen Fragen. 

Die theoretischen Ansätze in diesem Modul ermöglichen es, ethische Fragen zu klinischen, betrieblichen und auch gesundheitsökonomischen Bedingungen zu analysieren.

Ebenso werden Fragen des Datenschutzes und gesundheitspolitischer Vorgaben berücksichtigt. Dies geschieht auf der Mikro-, Meso- und Makroebene, d.h. in der unmittelbaren Patientenarbeit, im betrieblichen Kontext und auf gesellschaftlicher Ebene. Dazu werden Methoden der ethischen Argumentation und der Fallanalyse genutzt.

Care Manager/innen mit ethisch fundierter Denkweise tragen entscheidend dazu bei, dass interdisziplinäre Diskussionen zu einem ethisch tragfähigen Konsens bei Krankheitsverläufen führen.



Inhalt

Lernergebnisse Handlungskompetenzen

Die Studierenden sind in der Lage

  • virulente ethische Probleme in ihrem beruflichen Umfeld zu identifizieren und die Einflussfaktoren zu definieren
  • ethische Herausforderungen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene zu erkennen und aus interdisziplinärer Sicht zu bearbeiten
  • selbstbestimmtes oder stellvertretendes Handeln im Krankheitsprozess ethisch begründet zu fördern
  • Datenschutzfragen im eigenen geographischen Umfeld zu bearbeiten
  • sich bei Verhandlungen ethisch fundiert und konsensorientiert zu positionieren, indem gültige Argumente erkannt, formuliert und in den Behandlungsprozess einbezogen werden
Modulinhalte
  • Ethische Argumentation im Verhandlungsprozess mit Patient/innen, Leistungserbringern und Kostenträgern
  • Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten und partizipative Entscheidungsfindung im Behandlungsverlauf
  • Stellvertretendes Handeln bei eingeschränkter Urteilsfähigkeit
  • Rationierung und Rationalisierung im Gesundheitswesen
  • Ethische Aspekte zur Gestaltung und Einführung der DRG Spitalfinanzierung
  • Datenschutzbestimmungen und -abklärungen bei interinstitutioneller Zusammenarbeit
  • Werkzeuge zur Bearbeitung von ethischen Fragen bei Ziel- und Interessenkonflikten
ModulreihenfolgeIndividuelle Reihenfolge der Module
In Absprache mit der Studiengangsleitung treffen die Studierenden - vor allem bei CAS/DAS - eine geeignete Modulauswahl, die das Profil des gewählten Studiengangs gewährleistet.
Lehr- und Lernmethoden

Impulsvorträge, Diskussionen, Themenvorstellung durch Studierende, Bearbeiten aktueller Fallbeispiele, Fallpräsentationen, angeleitetes Selbststudium

Leistungsnachweis Modulabschluss

Schriftliche Arbeit

Literatur

Braun, B. (2009). Der Einfluss der Einführung der DRG auf die Situation
    der Patientinnen und Patienten in Deutschland. Schweizerische 
    Gesellschaft der Biomedizinischen Ethik SGBE Bulletin (59), 6_8.
Coulter, A., Parsons, S. & Askham, J. (2008). Welche Stellung haben
    Patienten im Entscheidungsprozess in eigener Sache?
    Weltgesundheitsorganisation im Namen des Europäischen
    Observatoriums für Gesundheitssysteme und 
    Gesundheitspolitik 2008. Kopenhagen: Weltgesundheitsorganisation
    Regionalbüro für Europa.
Rüegger, H., Hillewerth, K. & Schmid, W. (2009). Wie werden in der
    Medizin gute Entscheidungen getroffen? Medizin-ethische Diskussion.
    Hausarztpraxis (2), 30-32 (Teil 1); (3), 22-24 (Teil 2). Schweizerische 
    Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW (Hrsg.). (2007).
Rationierung im Schweizer Gesundheitswesen: Einschätzung und
    Empfehlungen. Kurzfassung. Basel: SAMW.

Unterrichtssprache

Deutsch

Überblick

Voraussetzungen
  • Zugang zur Gesundheitsversorgung oder zu Krankheits- und Unfallversicherungen
  • Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens
  • Fähigkeit, englische Fachliteratur zu lesen und zu verstehen
Lernzeit und ECTS

150 Stunden, 5 ECTS-Punkte
40 Stunden Präsenzunterricht und 110 Stunden angeleitetes Selbststudium

Modultyp

Pflichtmodul in DAS/MAS in Care Management und DAS Palliative Care

Modulcode

MAS_CM201

Kosten

Modulkosten (Einzelmodul): CHF 2'500.-
Modulkosten (Studiengang): CHF 2'000.-

Anmeldung und Information

Füllen Sie direkt das Anmeldedossier aus und senden Sie es ausgedruckt an das Studiengangssekretariat mit Originalunterschrift von Hand.
Modulverantwortung

Riitta Bislimi

Kontakt

Barbara Widmer
Tel.: +41 43 222 63 11
barbara.widmer@kalaidos-fh.ch

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